BL-Abstieg der HSG Ca-Mü-Max

 

Bad Cannstatt- Mit einer 27:31 (13:18)-Niederlage gegen den SV Hohenacker-Neustadt steigt die HSG Cannstatt/Münster/Max-Eyth-See aus der höchsten Spielklasse des Bezirks ab.

 

Wer sich für historischen Statistiken der HSG Ca-Mü-Max und der Handballbezirksliga im Raum Rems-Stuttgart interessiert, wird, wenn man es mit den ersten Herren hält, nur ungern die ergebnistechnische Gesamtsituation anschauen: In der größten Bezirksliga hatte die HSG Ca-Mü-Max mit 20 Niederlagen in Folge und mit 2:46 Punkte Negativrekorde gebrochen. Umso eher bleibt aber in Erinnerung, dass die HSG in dieser Saison ausgerechnet gegen den damaligen Tabellenführer und den weiterhin um den Aufstieg spielenden TV Oeffingen 2 gewann. Auch wenn deren Restprogramm mit zwei Spielen gegen Tabellenführer HSG Oberer Neckar schwierig genug wird, konnte die direkte Konkurrenz vom SV Hohenacker-Neustadt den dritten Platz mit einem Sieg gegen die die HSG Ca-Mü-Max perfekt machen.

Die im 6-0-agierenden HSG-Männer begannen defensiv couragiert und konnten häufiger Kreisanspiele unterbinden. Heute mit gewaltiger Fan-Unterstützung aller Ca-Mü-Max-Frauenmannschaften wollten die HSG-Männer wieder ein gutes Spiel liefern. Nach der ersten Viertelstunde war es immer nur ein Ein-Tor-Rückstand der HSG, weil aus dem Positionsspiel Hohenacker nicht viel Druck aufbauen konnte und lediglich über unkonventionelle akrobatische Wurftechniken zum Torerfolg kamen. Ca-Mü-Max punkte ebenfalls seltener aus dem Positionsspiel, jedoch funktionierte die zweiten Welle. Kurz vor der Halbzeit standen die Hohenacker Außenspieler risikofreudiger und liefen in kürzester Zeit vier erfolgreiche Tempogegenstöße. Mit einem 13:18 ging es in die Halbzeit.

Aber auch wie in so vielen anderen Spielen in der Bezirksliga kam die HSG Ca-Mü-Max in der zweiten Hälfte wieder ins Spiel zurück. Der nach der Pause eingewechselter HSG-Keeper Dietmar Stukowski kam irgendwie noch an die Bälle ran und vereitelte mehrere Angriffe. Vorne zeigten Marc Hildebrandt auf links, Felix Mergenthaler im Rückraum und Aydin Babadag vom Siebenmeter gute Leistungen, sodass nach 45. Minuten es 23:24 stand und das Spiel wieder für die HSG kippen könnte. Zwei Angriffe lang hatte die HSG wieder die Gelegenheit, das Spiel zu drehen, aber das Tor fiel nicht. Abermals gewann der SV durch Durchbrüche die Oberhand und schnappte sich mit 27:31 die Punkte. Aus einem renommierten Statistikportal gibt es aber für die HSG erfreuliche Statistiken: Daniel Schweizer (82 Tore), Felix Mergenthaler (81 Tore) und Florian Wondratschek (72 Tore) sind unter den Top 30 in der Bezirksliga-Torjägerliste.

Unbedingt erwähnt werden sollte auch, dass nach dem Spiel alle aktiven Mannschaften der HSG in einer Cannstatter Bar zusammen feierten, was seit Ausbruch der Coronapandemie das erste Mal gewesen war.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk und Dietmar Stukowski im Tor, Aaron Rottenanger (1), Florian Wondratschek (3), Felix Mergenthaler (7), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto, Marc Hildebrandt (3), Franz Molnar (4), Patrick Magiera, Florian Hetzel (2), Aydin Babadag (4/3)

 

23.04.2022

 

Schwere Verletzung bei schlaffem Auftritt

 

Waiblingen- Eine personell dezimierte HSG Cannstatt/Münster/Max-Eyth-See verliert beim VfL Waiblingen III 20:35 (7:20).

 

Am späten Dienstagsabend traten die Männer der HSG Ca-Mü-Max beim Tabellenneunten VfL Waiblingen III an. Stark ersatzgeschwächt musste die Mannschaft von Joachim Hoffmann improvisieren, nachdem viele Spieler in dieser englischen Woche ausfielen. Obwohl die HSG Ca-Mü-Max mit einem anderen Abwehrsystem als im Hinspiel agieren wollte, gab es zu Beginn ein Blackout in der Abwehr. Unfassbar viele freie Würfe kamen auf das Tor von Dietmar Stukowski - die schläfrige Abwehrarbeit wurde sofort durch Waiblingen bestraft. Vorne baute die HSG keinen Druck auf und schloss sehr früh aus der zweiten Reihe ab. Die schnellen Außenspieler der Waiblinger rannten erfolgreich Tempogegenstöße, ein 0:5-Lauf ganz zu Beginn war die konsequente kalte Dusche für die Gäste. Ca-Mü-Max kam eher über Einläufe zu gefährlichen Chancen und tastete sich so zu ersten Torerfolgen. In der Abwehr ließ man aber viel zu viel zu, als der VfL die Bälle jetzt eindrucksvoll an den Kreis legen konnte. Fast nie wurden die Angriffsaktionen des Rems-Murr-Vereins unterbrochen. In der 25. Minute verletzte sich der 23malige Torschütze und Rückraumspieler Alexander Zernack bei einer Angriffsaktion so schwer am Knie, dass auf eine detaillierte Beschreibung des Vorgangs bewusst verzichtet wird. Der Spieler mit der Trikotnummer 16 musste in die Notfallaufnahme gebracht werden. Für die Stuttgarter ein Schock, der auch sich auf das Spiel auswirkte: Ein 7:15 änderte sich auf ein 7:20 bis zur Halbzeit.

Ca-Mü-Max besaß für die zweite Hälfte nur noch zwei Feldspieler als Auswechselspieler und hatte die Aufgabe sich deutlich zu steigern. Genau das zu vermitteln, ist angesichts der momentanen Extremlage alles andere als Routine und braucht viel Motivationsarbeit. Leichte Umstellungen im System machte Ca-Mü-Max tatsächlich lebendiger. Felix Mergenthaler verbesserte sein Wurfbild in der zweiten Hälfte deutlich und auch Marc Hildebrandt konnte als Mittespieler überraschende Akzente setzen und damit gemeinsam mit Kreisläufer Timo Di Benedetto so viel Druck aufbauen, dass es für attraktive Wurfmöglichkeiten oder Siebenmeter reichte. Ein 20:35-Endstand lässt natürlich die Frage offen, wie die Stuttgarter Jungs ihre Abwehrarbeit in der zweiten Hälfte gestalteten: Auch wenn die Defensive an diesem Tag nicht optimal funktionierte, war ab der 30. Minute eine deutliche Präsenz zu erkennen. Die Stuttgarter bekamen gleichzeitig aber auch mehrere Zeitstrafen, die permanent Unterzahl bedeuteten. In der Schlussphase sah zudem Franz Molnar glatt rot, nachdem er bei einer diskutablen Zwei-Minuten-Strafe gegen sich applaudierte. Ein kleiner Funfact sprach in diesem Spiel aber für die HSG: Nach Zeitstrafen hatten die HSG-Männer witzigerweise immer eine ausgeglichene oder positive Torbilanz. Vielleicht wäre es daher psychologisch sinnvoll, im letzten Saisonspiel in der Bezirksliga diesen Samstag zuhause gegen den SV Hohenacker/ Neustadt gleich mit weniger Leuten anzufangen.

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk und Dietmar Stukowski im Tor, Aaron Rottenanger (1), Florian Wondratschek (4), Felix Mergenthaler (7), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto (2), Marc Hildebrandt (3), Alexander Zernack, Franz Molnar (3/1)

 

19.04.2022

 

Haarscharfe Niederlage im Duell der Aufsteiger

 

Bad Cannstatt- Die Männermannschaft der HSG Cannstatt/Münster/Max-Eyth-See unterliegt kämpferisch gegen Mitaufsteiger TSV Schmiden III 25:27 (8:10).

 

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Nachdem am vergangenen Wochenende der direkte Abstieg aus der Bezirksliga der HSG Ca-Mü-Max-Männer feststand, war am Samstagabend Schmidens Dritte zu Gast. Der Mitaufsteiger hatte zu Beginn der Saison noch bei den vorderen Plätzen mitgespielt, verlor nun aber sechs Spiele in Folge und ist die zweitschwächste Mannschaft der Rückrunde. Die HSG Ca-Mü-Max erwischte einen sehr guten Start, besonders weil Joshua Denk eine grandiose Torhüterleistung zeigte. Drei Siebenmeter hintereinander wurden vereitelt, die HSG führte nach 10 Minuten mit 4:0. Der Tabellenneunte war spürbar überrascht gegen den Letzten der Liga über 11 Minuten lang kein Tor zu werfen, offenbar scheinen viele Gegner den Stuttgarter Aufsteiger aufgrund der Tabellensituation immer wieder zu unterschätzen. Als Ca-Mü-Max in Unterzahl kam, gab es in den Angriffssituationen Unruhe und einige technische Fehler. Es folgte ein 0:5-Lauf, der dafür sorgte, dass die Jungs aus Stuttgart wieder in der ersten Halbzeit einem Rückstand hinterher liefen. Auch körperlich ließen sich wieder starke Ungleichheiten finden, da die HSG deutlich seltener foulte als der TSV, der mit 85 Zeitstrafen negativer Spitzenreiter in der Bezirksliga ist. Das Durchsetzen kostete viel Mühe, sodass die Abschlüsse oftmals unvorbereitet waren und Schmiden-Keeper Julian Wernecke aus der zweiten Reihe auch gut hielt.

Direkt nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit schlich sich beim 8:10 erneut ein Fünf-Minuten-Blackout ein. Fünfmal verlor die HSG vorne den Ball und wurde prompt mit Tempogegenstoßtoren bestraft. Diese Unkonzentriertheit, die häufiger in der Saison zu sehen war, brachte Ca-Mü-Max in einen 10:16-Rückstand. In der laufenden Bezirksligasaison konnte noch nie eine Mannschaft einen Sechs-Tore-Rückstand in der zweiten Hälfte im Laufe des Spiels wettmachen, bis zum Schluss wahrte bislang jede Mannschaft ihre Führung. Rational und nüchtern Denkende würden im Handballsport spätestens dann sagen, dass die Sache besonders für einen Tabellenletzten gelaufen sei. Was dann aber wieder die Stuttgarter Jungs mit dem Rücken zur Wand aufstellten, überraschte selbst die kühnsten Optimisten: Die Rechtsaußen Aaron Rottenanger und Florian Wondratschek werden all‘ ihre Würfe in der zweiten Hälfte gnadenlos verwandeln und auf je 5 Tore kommen. Zuschauer, Stimmung und das Momentum beflügelte die HSG Ca-Mü-Max dabei und nach 10 Minuten fehlte nur noch ein Tor zum Ausgleich. Nach einem Ballgewinn in der 51. Spielminute erzielte Marc Hildebrandt tatsächlich den 20:20-Ausgleich. Eine Verkettung merkwürdig zustande kommender Zeitstrafen für die HSG, sorgte wieder für ein 20:23. Und auch, obwohl auf der Gegenseite erwartbare Bestrafungen oder Pfiffe nicht kamen, holte Ca-Mü-Max über ihren unbrechbaren Willen trotz Unterzahl bis zur allerletzten Spielminute zum 25:26 auf. Trotz Niederlage - der Stuttgarter Weg geht über den Willen und weil im Handball eben nicht immer alles rational erklärbar ist, sollte man sich lieber ausmalen, wie die Stadt wohl aussehe, wenn die HSG das Spiel wirklich noch gedreht hätte.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk und Dietmar Stukowski im Tor, Aaron Rottenanger (5), Florian Wondratschek (5), Miguel Rodrigo (1), Felix Mergenthaler (3), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto, Marc Hildebrandt (2), Alexander Zernack (3), Aydin Babadag (4/4), Daniel Schweizer (1),

Thomas Zwinz (1)

 

04.04.2022

Matchplan BWOL-Schützenhilfe gegen Bezirksliga-Tabellenletzten fast durchkreuzt

 

Bad Cannstatt -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max waren bis zum Schluss gegen einen aufgepimpten SV Fellbach II gleichauf, spielten am Ende 30:34 (18:18).

 

Nach einem guten Spiel gegen den MTV, hatte die HSG Ca-Mü-Max den SV Fellbach II vor der Brust, einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Die zuletzt geringe Trefferquote sollte sich bei der HSG verbessern, weswegen Trainer Jox Hoffmann vergangene Woche mehrere Offensivsituationen trainiert hatte. Als man sich den Gegner beim Warmmachen anschaute, sah man  in ein paar Gesichter der zweiten Fellbacher Mannschaft, die auch in der BWOL auflaufen, inklusive des einstigen Bundesligazweitligisten Andreas Blodig. Spätestens seit der SV Fellbach II in dieser Saison schon mal ein Spiel verlor, weil auf dem Spielbogen andere Namen standen, kann man sich einer akribische Überprüfung des Festspielparagraphen sicher sein.

Ca-Mü-Max, die ohne Daniel Schweizer und Franz Molnar auflaufen, und stattdessen erstmalig Jugendspieler Benjamin Funk im Kader hatten, überraschten aber: Das Team aus der Landeshauptstadt erwischte einen astreinen Start: Nach fünf Minuten stand es bereits 5:0 für die HSG. Besonders mit den Rückraumwürfen von Felix Mergenthaler, der in dem Spiel mit neun Toren stärkster Schütze wurde, haderte Fellbach. Außerdem wuchs Torhüter Dietmar Stukowski in dieser Phase über sich hinaus und parierte mehrere Tempogegenstöße und einen Siebenmeter. Erst nach 20 Minuten kam Fellbach stärker mit seinen hochklassigen Individualspielern zurück und ging mit 11:12 in Führung. Im Angriff warf die HSG alles rein und spielte extrem clever, weil sie die Lücken im Abwehrverbund fanden und bis zur Chance spielten. Sekunden vor der Halbzeit erzielte Florian Wondratschek von der rechten Außenlinie sein sechstes Tor zum 18:18-Ausgleich.

Auch in der zweiten Hälfte schien die Chance da zu sein, gegen den SV was reißen zu können. Fellbach zog zwar mit 19:23 zunächst weg, allerdings wurde der Angriff stärker und dynamischer: Thomas Zwinz schaffte es, sich immer besser hinein zu fighten und traf einfach in jeder Lage das Tor. Die Aufholjagd klappte und so brachte Valentin Derschka die HSG gegen seinen Ex-Verein in der 45. Minute wieder mit 26:25 in Front. Bis zur 55. Minute blieb dieser Vorsprung bestehen. Leider fehlte der HSG in den letzten fünf Minuten das Spielglück und es schlichen Fehlwürfe ein. So musste man sich am Ende mit 30:34 geschlagen geben und wartet weiter auf den zweiten Heimsieg der Saison.

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Aaron Rottenanger, Florian Wondratschek (6), Miguel Rodrigo (2), Valentin Derschka (2/2), Benjamin Funk, Thomas Zwinz (6), Felix Mergenthaler (9/2), Timo Di Benedetto (3), Alexander Zernack, Marc Hildebrandt (2), Aydin Babadag

 

17.03.2022

 

Herzschlagfinale ohne Happy End

 

S-West -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max schnuppern lange an einem Auswärtssieg, verlieren nach einer dramatischen letzten Minute beim MTV Stuttgart mit 20:21 (12:10).

 

Am späten Sonntagnachmittag war die HSG Ca-Mü-Max zu Gast beim MTV Stuttgart. Der Tabellensiebte der Bezirksklasse aus dem Westen der Landeshauptstadt wurde jedoch am Anfang kalt vom Aufsteiger erwischt. Die erste Halbzeit gehörte klar dem Team von Jox Hoffmann, der erneut mit einem 6-0-System agierte. Die Fehlerquote eines statischen MTV-Angriffs, der es häufig im Eins-gegen-Eins versuchte, wurde von der HSG eiskalt ausgenutzt. Nach acht Minuten stand es 5:1 für die Gäste. Obwohl der Gastgeber nach ihrem Time-out deutlich präsenter war, blieb die HSG äußerst stabil und lies nur wenig zu. Im Angriff zeigte Franz Molnar im Rückraum spielintelligentes Entscheidungsverhalten und auch Miguel Rodrigo blieb aus der zweiten Reihe konsequent. Die schon aus dem Hinspiel bekannte harte Abwehr des MTV hatte große Mühe, die Rückraumspieler zu bändigen und kassierte für ihre Abwehraktion in der ersten Hälfte mehrere Zwei-Minuten-Strafen. Der MTV konzentrierte sich komplett darauf die Außenspieler mannzudecken, was dem HSG-Rückraum Räume gab. Der Halbzeitstand von 12:10 sah vielversprechend aus.

Auch in der zweiten Hälfte kam der MTV zunächst nicht mit der neu formierten Defensive des HSG klar. Eher waren es individuelle Rückraumaktionen des MTV, die ihren Weg ins Tor fanden. Auffällig stark war an diesem Tag die Tempogegenstoßquote von Ca-Mü-Max, die besonders von Linksaußen Marc Hildebrandt mit seinen drei Toren geprägt wurde. Um die 45. Minute drehte der MTV wieder auf und Torwart Joshua Denk parierte in dieser Phase zur Erleichterung der HSG mehrere Bälle bravourös. Zuschauer berichten, dass Ca-Mü-Max bis zur Schlussphase „ein bärenstarkes Spiel“ absolvierte. Leider schaffte Ca-Mü-Max nicht, die Konsequenz in den Angriffsaktionen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Sie gerieten wieder in Rückstand und beim 17:20 schien vieles darauf hinzudeuten, dass das Spiel gelaufen sei. Aber wieder berappelten sich die Jungs aus Cannstatt, Münster und vom Max-Eyth-See und fanden über Außen zwei erfolgreiche Abschlüsse, während in der Abwehr wieder drei Bälle gewonnen wurden. So bekamen sie in der 59. Minute bei 20:21 ihre Torgelegenheit auf den Ausgleich: Als Florian Wondratschek in seinem Rechtsaußenwurf gefoult wurde, gab es Siebenmeter. Kurz nach Freigabe wurde sofort gegen Ca-Mü-Max entschieden, aufgrund eines angeblichen Linienübertritts. Die Dramatik wurde bis zum Schluss gesteigert, weil die HSG sich den Ball nochmal erkämpfte und eine Chance bekam. Der Wurf wurde allerdings vergeben. In den letzten 30 Sekunden war nicht erkennbar, dass der MTV nochmal angreifen wollte: Der Ball wurde von der Mittellinie mehrmals in Richtung eigenes Tor zurückbefördert, obwohl im Angriff Leute komplett absichtlich frei gelassen wurden. Eigentlich war diese aus der Bundesliga stammende Idee genial, weil man ohne Vorwarnzeichen passives Spiel abpfeifen kann, wenn diese klare Torchance bewusst ausgelassen wird. Leider wartete man auf diese Entscheidung vergeblich, sodass der Ball bis zum Schluss in Händen des MTV an der Mittelinie verblieb und sie damit das 20:21 in diesem Herzschlagfinale gegen den Tabellenletzten über die Zeit retteten.

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Aaron Rottenanger, Florian Wondratschek (1), Miguel Rodrigo (3), Felix Mergenthaler (6/1), Timo Di Benedetto, Franz Molnar (7/2), Alexander Zernack, Marc Hildebrandt (3), Daniel Schweizer, Aydin Babadag

 

7.03.2022

HSG verbessert

 

Bad Cannstatt -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max überraschen mit einer guten Leistung gegen den HC Winnenden, verlieren jedoch 20:24 (9:13).

 

Nach einer sehr ernüchternden englischen Woche hatte die HSG Ca-Mü-Max am Sonntagabend den Tabellenfünften HC Winnenden zu Gast. Gegen die Zweite des HCW feierte die HSG zuletzt am 31.Januar 2015 einen Sieg, einige bekannte Gesichter standen nun auch 2022 im Kader der ersten Mannschaft. Schon zu Beginn des Spiels gab es eine Neuerung beim Stuttgarter Gastgeber: Die HSG Ca-Mü-Max agierte nicht in einem offensiven 3-2-1-System, sondern setzte auf ein spanisches 6-0. Mithilfe des neuen Systems, welche der doppelte Weltmeister auch jüngst bei der Handball-EM zeigte, versuchte die Mannschaft und Trainer Jox Hoffmann die Schwachstellen der Abwehr in den vergangenen Spielen zu schließen. Ziel in so einem System ist es, den Angriffsspieler dorthin zu zwingen, wo man ihn haben möchte. Wie gelang nun dieser Auftakt?

Winnenden hatte sich in den ersten Minuten spürbar auf eine 3-2-1-Deckung eingestellt, es gelang ihnen im gesamten Spiel kaum, ihre brandgefährlichen Außen einzubinden. Mehrere Fehlpässe konnten provoziert werden. Im Angriff aber war die HSG anfangs etwas zu hektisch. Vorne traf für die HSG Daniel Schweizer, der in den ersten 15 Minuten vier seiner acht Tore an diesem Abend verwandelte. Einen Vier-Tore-Rückstand gab es allerdings schon in dieser Phase, der bis zur Halbzeit anhalten wird. Ärgerlich für das Team der Landeshauptstadt war, dass trotz ähnlicher Spielhärte nur die HSG vier Minuten in Unterzahl spielen musste, während auf der anderen Seite laxer entschieden wurde. Trotz 9:13-Halbzeitstand gab es trotz Unterzahl keine Phase, an der HC seine Überzahl tatsächlich umsetzen konnte.

Nach der Halbzeitpause kam der HCW gut aus der Kabine und erzielte kurzer Hand eine 10:16-Führung. Ab dann stellte die HSG im Angriff etwas um: Jetzt wurden nämlich, wie im Hinspiel auch, erfolgreich die Außen wesentlich ins Angriffsspiel einbezogen und beidseitig wurden die Chancen verwandelt: Marc Hildebrandt, Linksaußen der Stuttgarter, verwandelte bärenstark von dem schwierigsten Winkel. Nach der 40. Minute, in der der HCW noch 13:19 führte, begannen die Tore der Stuttgarter Flügelzange deutliche Kopfschmerzen bei den Gästen auszulösen: Zunächst verlangsamte Winnenden das Tempo in ihren Angriffsaktionen, sie nahmen eine Auszeit und versuchten teilweise auch die Stuttgarter Außenspieler komplett aus dem Spiel zu nehmen. Mittespieler Valentin Derschka gelang es dennoch einmal überragend, die Bälle weiter zu verteilen, in einem Fall sogar an den manngedeckten Außen in Volleyballmanier zu pritschen. Ca-Mü-Max kam auf ein 17:19 in der 49. Minute heran. Auch weil die HSG wieder eine Zwei-Minuten-Strafe in den letzten zehn Minuten bekam, reichte es nicht mehr zum erhofften Ausgleich. Unrühmlicher Schlusspunkt einer prinzipiell fairen und handballerisch ansehnlichen Partie beim Stande von 20:24 war ein Tempogegenstoßwurf frontal ins Gesicht von Torhüter Joshua Denk, welches schon unmittelbar nach dem Spiel erhebliche Blessuren aufzeigte.

Alles in Allem zeigte sich die HSG gegenüber den vorangegangenen Spielen verbessert; hat nun ein spielfreies Wochenende vor sich und wird auch beim nächsten Auswärtsspiel beim MTV Stuttgart am 06.03. alles daran setzen endlich wieder 2 Punkte einzufahren.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Aaron Rottenanger, Florian Wondratschek (5), Miguel Rodrigo,

Felix Mergenthaler (3), Valentin Derschka (1), Timo Di Benedetto, Alexander Zernack, Marc Hildebrandt (3),

Daniel Schweizer (8/4), Florian Hetzel, Ludwig Kotscharnik

 

21.02.2022

 

Erfolglos in englischer Woche

 

Hohenacker -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max spielen 23:37 (13:22) gegen den SV Hohenacker/ Neustadt.

 

Mit 13 Mannschaften und 24 Spielen ist dieses Jahr die Bezirksliga Rems-Stuttgart in der Saison die größte des Landes. Bei so vielen vollen Wochenenden gibt es nun coronabedingte Spielansetzungen, die unter die Woche ausgespielt werden. So fand diesen Dienstagabend die Nachholpartie zwischen dem SV Hohenacker/ Neustadt und dem Aufsteiger HSG Ca-Mü-Max statt. Bislang trafen die Stuttgarter nur in der Saison 2018/2019 auf die erste Mannschaft Hohenackers, gegen die bislang zwei Niederlagen standen. Spielte man noch 2010 gegen die dritte Mannschaft, handelt es sich für die HSG Ca-Mü-Max auf lange Sicht schon um einen klaren Aufwärtstrend. Die ernüchternde Ausbeute von nur zwei Punkten aus 15 Spielen blendet die langfristige Leistung der Stadtmannschaft oftmals aus.

Am Anfang unterlief der HSG gleich ein Black-out. Hohenacker lief Tempogegenstöße und früh war man mit 0:4 im Rückstand. „Nicht immer konsequent umgeschaltet nach Fehlern“ ist der Kommentar, welcher in der ersten Hälfte Ca-Mü-Max charakterisiert. Permanent im Eins-gegen-Eins setzten sich die Gastgeber durch und nagelten die Bälle ins Tor. Im Angriff setzte Daniel Schweizer zwar gute Akzente, doch häufig scheiterte der HSG-Angriff am massiven Mittelblock des Tabellendritten. Unglückerweise verletzte sich dann auch noch Alexander Zernack ohne gegnerischen Eingriff bei seiner ersten Spielaktion, was die Flexibilität im Angriff elementar einschränkte. Ob Zernack gegen Winnenden wieder auflaufen kann, ist fraglich. Bis zur 22. Minute pendelte sich ein Fünf-Tore-Rückstand ein; die HSG leistete sich jedoch im Angriff eine Vielzahl technischer Fehler und lies die erste Welle der Gastgeber ohne Gegenwehr zu. In fünf Minuten zog Hohenacker dadurch auf neun Tore weg und zur Halbzeit lag man mit 13:22 in Rückstand.

In der zweiten Hälfte änderte sich die Spielweise. Beide Verteidigungen wurden intensiver gegen die Rückraumspieler ausgerichtet und Ca-Mü-Max unterband Tempogegenstöße konsequenter. Im Mittelpunkt stand auch eine deutlich bessere und kommunikativere Arbeit aus dem Stuttgarter Abwehrinnenblock, der um Klassen präsenter war als in der ersten Hälfte. Couragiert und diszipliniert konnten so sechs Hohenacker Angriffe abgewehrt werden und der SV wird für fünf Minuten lang kein Treffer machen, was für Ca-Mü-Max die längste gegentorfreie Zeitspanne in dieser Saison war.
Doch schnell stellte sich wieder Ernüchterung ein,  im Angriff lies die Präzision deutlich nach und das Rückzugsverhalten war nahezu nicht vorhanden. Aus diesem Grund blieb es bei der komfortabler Führung für Hohenacker. Wenigstens wurden die Außen Marc Hildebrandt, Aaron Rottenanger und Florian Wondratschek in den folgenden Spielminuten besser eingebunden, die dann entsprechend ihre Chancen nutzten. Auch kam es zur Einwechslung von Thomas Zwinz, der auf Grund der angespannten Personalsituation, nach nur anderthalb Jahren Pause sein Comeback bei der ersten Mannschaft der HSG Ca-Mü-Max feiern durfte. Seine Torgefahr und die Flexibilität wird den Stuttgartern natürlich die nächsten Spiele guttun. Gegen Hohenacker wird er zumindest zweimal in der Schlussphase treffen. Das am Ende doch eine klare 23:37-Niederlage stand, enttäuscht natürlich die ganze Mannschaft, für die es nach diesem Spiel noch enger wird.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Aaron Rottenanger (2), Florian Wondratschek (3), Miguel Rodrigo (1),

Felix Mergenthaler (4), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto (1), Franz Molnar (5/3), Alexander Zernack, Marc Hildebrandt (1),

Thomas Zwinz (2), Daniel Schweizer (4)

 

16.02.2022

 

Oeffingen schlägt Ca-Mü-Max

 

Oeffingen -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max verlieren mit 26:38 (11:19) gegen den TV Oeffingen 2 ihr zehntes Spiel in Folge.

 

Die Partie gegen den TV Oeffingen 2 fand Freitagabends statt, an einem Abend, an dem die HSG Ca-Mü-Max im Normalfall Training hätte. Ein freies Wochenende wartete -  für viele Spieler aus der Bezirksliga eine seltene Möglichkeit, endlich auch mal privat außerhalb der Sporthalle etwas unternehmen zu können. Für den Stuttgarter Achtligisten, der in dieser Saison schon mehr Spiele als so mancher Bundesligist bestritt, handelte es sich jedoch auch diesmal um einen Abend, an dem man nicht als Sieger vom Platz ging:

Der Tabellendritte aus Oeffingen, der seit vier Spielen infolge ungeschlagen ist, zeigte selbstbewusst seine Wurfqualitäten im Rückraum auf. Es fehlten mit Joshua Denk, Daniel Schweizer und Aron Dauer große Namen im Kader, womit die Stuttgarter nicht die brechendende Kraft des Abwehrinnenblocks im Hinspiel dagegenstellten, mit dem sie ihren einzigen Sieg in der Saison holten. Auf Rückraum brachen die Oeffinger häufig durch. Nach wenigen Spielminuten beim Spielstand von 2:5 wurde Aaron Rottenanger eingewechselt, der die Durchgänge auf der rechten Seite erfolgreich minimierte. Flexibel wechselte der TV Oeffingen die Seite, marschierte unbedrängt durch und lief Tempogegenstöße. Ein 7:16 nach 20 Minuten ließ die Falten auf der Stirn der Stuttgarter größer werden. Offensiv machten es die HSG-Männer eigentlich ganz ordentlich. Franz Molnar wird mit neun Toren bester Schütze und auch Alexander Zernack zeigte mit seinen fünf Toren eine starke Angriffsleistung.

Nach einem 11:19-Halbzeitstand steigerte sich die HSG Ca-Mü-Max im Angriff abermals. Wie schon in der ersten Hälfte wechselte Trainer Jox Hoffmann früh, um die Abwehr im defensiven Rückraum zu stabilisieren. Auch wenn in der zweiten Hälfte Stuttgarts Keeper Dietmar Stukowski, der just von einer Dienstreise zurückkam, sich im Vergleich zur ersten Hälfte massiv steigerte und mehrere Siebenmeter vereitelte, wurde er viel zu häufig allein mit freien Würfen gelassen. Ab dem ersten Zwölf-Tore-Rückstand in der 41. Minute versuchte Oeffingen noch zu zaubern, jedoch scheiterten sie mit frechen Hebewürfen. Immer wieder setzten sich aber auch für die HSG Molnar und Zernack im Rückraum durch und auch Valentin Derschka brachte mit eleganten Kreisanspiele Felix Mergenthaler in Stellung. Rechtsaußen Florian Wondratschek wurde seit 2009 erstmalig überraschend zum Schluss als Linksaußen eingesetzt und traf sogar von dieser Position. Es waren die kleinen Lichtblicke dieses Spiels.

An der 26:38-Niederlage, bei der Miguel Rodrigo noch kurz vor Abpfiff rot nach der dritten Zwei-Minuten-Strafe bekam, war lediglich erfreulich, dass alle Feldspieler der HSG mindestens einmal trafen und trotz dieser schweren Spielzeit so viele Leute die HSG-Männer anfeuern und unterstützen. Für die HSG fehlen nun sechs Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski im Tor, Aaron Rottenanger (3), Florian Wondratschek (1), Miguel Rodrigo (3), Felix Mergenthaler (2), Valentin Derschka (1), Timo Di Benedetto (1), Franz Molnar (9/4), Alexander Zernack (5), Marc Hildebrandt (1)

 

12.02.2022

Starkes Ca-Mü-Max-Comeback reicht nicht für Sensation

 

Bad Cannstatt -Die Männer der HSG Ca-Mü-Max halten 45 Spielminuten gegen den SV Remshalden 2 mit, müssen sich aber letztlich mit 21:29 (9:13) geschlagen geben.

 

Schon im Vorfeld des Remshaldenspiels war in dieser Woche viel bei der HSG los. Für das Spiel gegen den Tabellenzweiten gestalteten die HSG Männer diese Woche selbstorganisierte Trainingseinheiten, auch mit der zweiten Mannschaft. Die Rückraumspieler Benjamin Fetzer und Ludwig Kotscharnik erklärten sich auf Anfrage bereit, für die erste Mannschaft bereitzustehen. Auch Henri Gerstadt, der ja schon gegen Schwaikheim überzeugte, wurde für das Remshaldenspiel nominiert.

Seit 2017 wartet die HSG auf einen Sieg gegen eine Mannschaft des SV Remshalden und der Beginn war sehr eindrucksvoll. Hohe Aufmerksamkeit und eine offensive 3-2-1-Abwehr der Stuttgarter sorgten für viele Ballgewinne und nicht unverdient ging die HSG nach sieben Minuten mit 6:2 in Führung. Das frühe Time-out der Gäste verpuffte zunächst, weil weitere Minuten die HSG eine sehr stabile Defensive hinstellte und auch Henri Gerstadt große Paraden zeigte. Miguel Rodrigo, der an diesem Tag viermal erfolgreich sein wird, erzielte in der elften Minute das 7:3 für die HSG Ca-Mü-Max, die Handballwelt stand für die erste Viertelstunde auf dem Kopf. Nach mehreren Zwei- Minuten-Strafen gegen die HSG war allerdings ein offensiver Leistungsbruch erkennbar.

Bis zur Halbzeit wird Ca-Mü-Max nur noch zwei weitere Tore erzielen. Es fehlte wieder der Druck in den Angriffssituationen. Gleichzeitig waren die Gäste mit alten Bauerntricks erfolgreich, sodass sie auf ein 9:13 bis zur Halbzeit wegzogen.

Erneut war Trainer Joachim Hoffmann vor der Herausforderung gestellt, wie er sein Team erreichen kann. Nach einem Sechs-Tore-Rückstand der HSG Ca-Mü-Max begann eine der stärksten Spielphasen in der laufenden Saison. Ein einheitliches Abwehrbollwerk formierte sich, Daniel Schweizer und Valentin Derschka verteidigten im Rückraum bärenstark und Gerstadt holte einen Ball nach dem nächsten heraus. Zeitweise verwickelte man den SVR, der seine Mannschaft schon komplett gewechselt hat, in unkontrollierte Eins-gegen-Eins-Aktionen und andererseits gab es einen Wahnsinnsschub in der Ca-Mü-Max-Offensive. Sie spielten bravourös aus der zweiten Welle, schufen Überzahlsituation und stießen hemmungslos in die Lücken des Tabellenzweiten. Auch das Rückwechseln der Stammbesetzung ab der 40. Minute konnte die Dynamik des Stuttgarter Überraschungsaufsteigers nicht aufhalten. Das permanente Anrennen wurde mit dem Publikum massiv verstärkt und in der 47. Minute war es dann soweit: Die HSG Ca-Mü-Max erzielte durch Felix Mergenthaler den 19:19-Ausgleichstreffer und die Neugereuthalle bebte. Diesen Augenblick sollten sich die Spieler irgendwo innerlich abspeichern, denn sie hatten in diesem Moment durch ihren Kampf, ihre Leidenschaft und ihre Spielfreude, nach einem hohen Rückstand gegen einen Landesliga-Aufstiegsaspiranten den Ausgleich geschossen. Wer behauptet, den Männern sei zum Schluss die Puste ausgegangen, der mag diesmal irren: Denn zum Unglück der Schwaben aus der Landeshauptstadt traf die HSG in den nächsten fünf Angriffen insgesamt viermal ins gegnerische Tor, jedoch durfte keines zählen, auf der anderen Seite wurden sie mehrmals stürmerfoulverdächtig in der Abwehr umgerannt, statt Ballgewinnen flogen jedoch drei Stuttgarter in drei Minuten mit Zeitstrafen vom Platz. An einem Tag, an dem Remshaldens routinierter 7m-Schütze Pablo Lang achtmal ohne Fehlwurf von der Linie nervenstark traf, blieb Ca-Mü-Max eine Sensation verwehrt. Am Ende steht eine viel zu deutlich klingende 21:29-Niederlage, auf ihre Comeback-Qualitäten sollte die Mannschaft aufbauen können.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Henri Gerstadt im Tor, Aaron Rottenanger (1), Florian Wondratschek (4), Miguel Rodrigo (4), Felix Mergenthaler (3), Benjamin Fetzer, Valentin Derschka, Timo Di Benedetto (1), Franz Molnar (2), Alexander Zernack, Marc Hildebrandt, Ludwig Kotscharnik,

Daniel Schweizer (6/3)

 

06.02.2022

Verballert

 

Schwaikheim -Die HSG Ca-Mü-Max unterliegt gegen den SF Schwaikheim II trotz guter Torwartleistung mit 20:29 (10:15).

 

Präventive und berufliche Personalabsagen haben an diesem Samstag für die Berufung von Henri Gerstadt und Tim Abele aus der zweiten Mannschaft in den Kader der Bezirksligamannschaft gesorgt. Gerstadt zeigte in seinem ersten Saisoneinsatz für die Erste eine überragende Leistung – er parierte vier Tempogegenstöße im Spiel und zahlreiche Nachwürfe, womit er an diesem Tag zu einer der stärksten Spieler auf dem Platz zählte.

Ca-Mü-Max begann das Spiel mit gutem Druck im Angriff und sinnvoll vorbereiteten Angriffsaktionen. Der SF Schwaikheim II, die anfangs mit einer sehr defensiven Abwehr agierten, hatten durchaus ihre Schwierigkeiten, die Stuttgarter Schützen anfangs in den Griff zu bekommen. Wenn der Gastgeber, der vor dem Spiel Vorletzter war, seine Angriffsaktionen startete, sah man aber auch ein taktisch diszipliniertes Offensivspiel. Mit Spielzügen, die vor Jahrzehnten im ehemaligen Jugoslawien entwickelt worden sind, schafften sie es mehrmals ihre Rückraumspieler in Position zu bringen und schafften ihre Überzahl. Im Verschieben gelang den Stuttgartern in der ersten Halbzeit zu wenig, wodurch der Verein aus dem Rems-Murr-Kreis Lücken nutzten und sich eine 10:15-Führung erspielten.

In der zweiten Hälfte könnte man sagen, dass die Torgefährlichkeit der HSG Ca-Mü-Max ungefähr der offensiven Durchschlagskraft des VfB Stuttgart ähnelte. Diesmal konzentrierte sich das Abschlussspiel im Rückraum, jedoch konnte der Druck nicht groß auf die Abwehr aufgebaut werden. Obwohl Daniel Schweizer, Miguel Rodrigo und Felix Mergenthaler durchaus einen guten Tag hatten und auch in Einzelaktionen aus der zweiten oder gar dritten Reihe trafen, fehlte viel zu häufig der notwendige Stoßcharakter der gesamten Mannschaft. Schwaikheim musste sich in der Abwehr nicht überanstrengen, die Fähigkeit, mannschaftlich klare Chancen durch einfaches Kreuzspiel herauszuspielen, war ein größeres Manko der HSG. Es wurden aber auch manche Dinge sichtbar, die sich durch die ganze Saison schleichen. Hatte die HSG Ca-Mü-Max in der Saison 2017/2018 noch die beste Siebenmeterquote in der Liga mit über 90%, sind es in dieser Saison in fast allen Spielen nur 50%. Diese riesigen Chancen wurden unbestritten auch in diesem Spiel verballert. Jedoch hat eine suboptimale Personalsituation dazu geführt, dass junge mutige HSG-Spieler derzeit diese große Verantwortung übernehmen müssen – und so etwas gehört zu jedem Entwicklungsprozess dazu. Wenn man bedenkt, dass diese junge Mannschaft trotz neun Spielen in Folgen ohne Sieg, mit Kadersorgen und wöchentlicher Maximalbelastung in der höchsten Liga des Bezirks mitspielt, sollte man für jede positive Entwicklung dieses Teams Respekt haben! So gelang es der HSG in diesem Spiel zumindest die gefährlichen Außenspieler des SF Schwaikheim in Schach zu halten und neben der überragenden Torwartleistung von Gerstadt auch weniger Torwürfe zuzulassen als gegen den TV Obertürkheim. Eine 20:29-Niederlage fühlt sich aus HSG-Sicht dennoch herb an.

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Henri Gerstadt und Tim Abele im Tor, Aaron Rottenanger, Florian Wondratschek (1), Miguel Rodrigo (6), Felix Mergenthaler (2/1), Valentin Derschka (1), Timo Di Benedetto (1), Alexander Zernack, Marc Hildebrandt, Daniel Schweizer (8), Julian Hellbach (1)

 

30.01.2022

Klasse Kreis kompensiert keine Kadersorgen

 

Mit 23:32 (9:15) unterliegt die HSG Ca-Mü-Max beim TSV Alfdorf/Lorch II

 

Spätestens seit Beginn der Pandemie können viele nachvollziehen, was unter einem „Personalnotstand“ zu verstehen ist. Wie wichtig es ist, die Leute in den Bereichen zu haben, stellt man besonders dann fest, wenn sie fehlen.

Die um den Klassenerhalt kämpfenden Männer der HSG Ca-Mü-Max mussten zu ihrem Rückrundenauftakt nach Lorch und waren schon vor dem Spiel mit fünf Ausfällen erheblich ersatzgeschwächt.

Der Beginn des Aufsteigers aus der Landeshauptstadt war dennoch erfrischend und auch hochmotiviert. Mit hohem Tempo und mehreren gelaufenen ersten Wellen konnte die HSG genau das Angriffsspiel in den ersten 20 Minuten fahren, was sie sich vorgenommen haben. Gegen eine stämmig gebaute Lorcher Mannschaft ließen sich häufig Lücken aufreißen, wenn die Gäste schnell spielten. Ca-Mü-Max agierte in einer erneuerten Deckungstaktik, welche den TSV auch zu Fehlpässen einlud, wenngleich sie auch Überzahlsituationen für sich erkannt haben. Ein 8:8 schien ein gutes Zeichen dafür zu sein, dass es wieder knapp werden könnte.

Das Spiel entwickelte sich allerdings zerfahrener, da die HSG keinerlei Druck in ihre Angriffssituation mehr brachte, viel aus dem Eins-gegen-Eins arbeiten musste und auch begann, sich Fehlpässe zu leisten. In zwölf Minuten gelang dem Stuttgarter Team nur ein einziges Tor, während der TSV aus der zweiten Welle abgezockter spielte. Zur Pause gab es ein 9:15.

In der zweiten Hälfte konnte die Spielgeschwindigkeit von Ca-Mü-Max nicht gesteigert werden. Freilich spielte es wohl in den Köpfen der HSG-Spieler eine Rolle, wenn die eigene Abwehr für Kleinigkeiten Zeitstrafen bekam, während der Gegner für eine deutlich progressivere im gesamten Spiel bloß gelbe Karten erhielt. Irgendwann kann in so einem Spiel der Kipppunkt kommen, in dem man sich einfach nur weigern will, in den nächsten Zweikampf zu gehen.

Auch wenn Ca-Mü-Max nachlässiger im Verteidigen der Tempogegenstöße wurde, kam dieser Kipppunkt nicht. Beim 17:27 in der 48. Minute war das Spiel wohl entschieden. Brillieren konnte in diesem Spiel aber besonders einer: Timo Di Benedetto. Der Cannstatter Kreisspieler setzte sich auch in Unterzahl überragend von seiner Abwehr ab, verwandelte dreimal selber und holte durch seine Agilität zwei Siebenmeter heraus. Auch die Anspielqualität von Valentin Derschka war in diesem Spiel bärenstark – ein Lichtblick für die nächsten Spiele. Gegen Ende wurde zwar von beiden Teams nochmal gefightet und gerannt. Der Abstand vergrößerte sich nicht mehr und es blieb beim 23:33. Nächste Woche kommt es in der Bezirksliga zum Spitzenspiel um den Klassenerhalt, wenn die HSG zuhause auf den TV Obertürkheim trifft, in der Hoffnung, dass man dann wieder aus den Vollen schöpfen kann.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk und Dietmar Stukowski im Tor, Aaron Rottenanger (1), Florian Wondratschek (4), Miguel Rodrigo (5), Felix Mergenthaler (3/1), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto (3), Marc Hildebrandt, Alexander Zernack (2), Marcel Frank (1), Julian Hellbach (4/3)

 

16.01.2022

 

Rangekommen statt resigniert

 

Mit kämpferischer Leistung in der zweiten Hälfte spielt Ca-Mü-Max beim TSV Schmiden III 22:26 (10:16).

 

Am Adventsonntag war die HSG zu Gast beim TSV Schmiden III. Zum ersten Mal in der Saison gab es aufgrund des rasanten Anstieges an Covid-19-Infizierten ein 2G Plus-Zuschauerkonzept, mit dem Geimpfte/ Genesene nur noch mit einem negativen Test Eintritt erhalten. Durch ein Testzentrum vor der Halle wurde dies unterstützt, sodass Handballgucken auch am Sonntag einfach möglich war. Im Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften wurde in der jüngeren Vergangenheit auch eine größere Geschichte geschrieben: So sicherte sich die HSG am 18. März 2018 in einem spektakulären Spiel den Aufstieg in die Bezirksliga, was vielen Spielern im Gedächtnis bleiben wird.

Schon zu Beginn sah man das ambivalente Verteidigungsspiel beider Mannschaften: Man spielte gegen einen Verein, der mit 47 Zeitstrafen den Ligahöchstwert stellt, sodass viele Aktionen im Angriff der HSG im Eins gegen Eins hart gestoppt wurden, aber auch die Chancenverwertung war in der Anfangsphase dürftig. Auf der anderen Seite brachen immer wieder die körperlich robust gebauten Rückraumspieler in einer zu passiven Abwehr durch, sodass die Schmidener eine Führung aufbauten. 6:12 war der Rückstand in der ersten Viertelstunde und natürlich ließ das die HSG-Bank nicht kalt, sodass Jox Hoffmann früh das Time-out nahm, um seine Männer wachzurütteln. Es handelte sich um eine spürbar aufgeheizte Stimmung, denn sowohl die Abstimmung im 3-2-1 passte zu diesem Zeitpunkt noch nicht und andererseits brauchte es für einige eine Erhöhung der eigenen Überwindungsfähigkeit, da sie nahezu in jedem Angriff bis zur 20. Minute gefoult wurden und deren Gegenspieler straffrei weitermachen durften. Dann aber blühte Daniel Schweizer auf. Der Stuttgarter Rückraumschütze wird in diesem Spiel zehn Mal treffen, weil er an diesem Tag einfach nicht zu stoppen schien. Auch konnte Ca-Mü-Max-Neuzugang Aaron Rottenanger seine ersten beiden Treffer von außen feiern, wodurch die Jungs aus der Landeshauptstadt neue Kraft schöpften, der Halbzeitstand lautete 10:15.

Mit neuem Elan kam die HSG raus und begann immer couragierter im 3-2-1 zu verteidigen. Es wurde deutlich besser kommuniziert, und sie zwangen so die Hausherren zu immer mehr Fehlpässen. Darüber hinaus liefen die HSG-Rückraumspieler im Angriff konsequent in die Lücken und bekamen 7m zugesprochen. Unglücklicherweise konnte diesmal nur drei von sieben davon verwandelt werden. Über die Angriffsbereitschaft der Gäste wurden nun auch Zeitstrafen gezogen, die in der ersten Hälfte fehlten. Zeitweise spielte die HSG ein sechs gegen drei. Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass diese Überzahl keinen Angriff lang gespielt werden konnte, da Mittelmann Valentin Derschka ohne jeglichen Körperkontakt oder Widerworte die wohl ulkigste 2-min-Strafe seiner Karriere erhielt. Der darauf resultierende Aufreger schockte allerdings spürbar, da Ca-Mü-Max kein Tor in der Überzahl aufholen konnte. Dennoch blieb die Kampfbereitschaft sichtbar und sie hielten gemeinsam dagegen. Die Leistung von Torhüter Joshua Denk pushte die HSG noch einmal nach vorne. Aus einen 14:20 machten die Stuttgarter Jungs ein 20:23 in der 52. Minute. Anschließend bekam der TSV eine rote Karte, womit die Negativserie aus der Saison 2013/2014 fortgesetzt wurde, bei welcher in allen Partien in Schmiden es stets eine solche gab. Am Ende stand dennoch eine 22:26-Auswärtsniederlage, in der Ca-Mü-Max mit der eigenen Siebenmeterquote und dem Ausspielen der Überzahl ihre Chancen nicht genutzt hat, andererseits aber auch wieder als Mannschaft rangekommen sind anstatt zu resignieren.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk im Tor, Aaron Rottenager (2), Florian Wondratschek (1), Miguel Rodrigo (4), Valentin Derschka (1/1), Aron Dauer, Daniel Schweizer (10/1), Timo Di Benedetto (1), Alexander Zernack, Marcel Frank (1), Julian Hellbach (2/1)

 

29.11.2021

Favorit setzt sich im letzten Viertel durch

 

Die HSG Ca-Mü-Max unterliegt gegen Tabellenführer HSG Oberer Neckar 27:37 (14:16).

 

Die Ausgangslage hätte an diesem Samstag zwischen den beiden Stuttgarter Vereine kaum deutlicher sein können: Oberer Neckar ist als Spitzenreiter seit sieben Spielen ungeschlagen und war zu Gast bei Ca-Mü-Max, die auf der anderen Seite der Tabelle stehen. Im direkten Vergleich gewannen die "Neckarpiraten" aus Wangen sechsmal in Folge.

Zu Beginn agierten die Hausherren im defensiven 6-0-System, jedoch glänzten in der Anfangsphase die Gäste durch das Freispielen ihres Rückraumshooters Jan Billner. Der Rekordtorschütze der Bezirksliga wird auch in diesem Spiel 16 Tore werfen und ist mit nun 108 Toren nach zehn Spielen unangefochtene Torjäger. Mit so einer starken Leistung liegt es zudem nahe, dass er am Ende der Saison, sofern sie diesmal nicht wieder durch die Pandemie abgebrochen wird, seinen persönlichen Torrekord von 191 Tore einstellen könnte.

Doch obwohl er gut ins Spiel kam, hat sich Ca-Mü-Max gezeigt. Besonders im Rückraum konnten Daniel Schweizer und Miguel Rodrigo für die Gastgeber in diesem Spiel ihre Klasse zeigen und sorgten mit ihren Toren für ein offenes Spiel.

Zu dieser Zeit gelang es dem Favoriten nicht, einen hohen Abstand zu erzielen, weil beide Mannschaften hohes Tempo gingen und präzise im Abschluss waren. Oberer Neckar stellte noch vor der Pause auf ein offensives 5-1 um, da aber so auch Platz für Einläufer geschaffen wurde, nutzten die Gastgeber diese Räume. So stand es in der ersten Hälfte 14:16.

Für den Aufsteiger sollte es aber auch noch besser werden: Unmittelbar nach Beginn der zweiten Hälfte schalteten die Cannstatter Jungs den Turbo und schossen in der 37. Minute den 18:18-Ausgleich. Leider verletzte sich während dieser sehenswerten Spielphase Ca-Mü-Max-Kreisläufer Tim Nas, als er sich nach seinem Tor die Schulter auskugelte.

Vier Minuten schaffte es Ca-Mü-Max immer wieder auszugleichen. Ab dann begann Oberer Neckar besser zu verteidigen, stellte die Laufwege für die Rückraumspieler zu und Ca-Mü-Max hatte eine höhere Fehlerquote in den Abschlüssen.

Oberer Neckar lief hingegen mehrere Tempogegenstöße hintereinander, auf links schaffte Timo Schramm die Abwehr zu sich herüberzuziehen und eröffnete so den Kreisläufern und Rückraumspielern mehr Platz.

So erspielte sich der Tabellenführer in der 49. Minute ein 22:28 und in der 56. Minute ein 23:33. Weil Ca-Mü-Max in der Schlussphase nicht mehr mithalten konnte, ist der Sieg des Tabellenführers verdient, über den gesamten Spielverlauf betrachtet, mag‘ das 27:37-Endergebnis jedoch deutlicher scheinen, als es tatsächlich war.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk (1) im Tor, Florian Wondratschek (4), Miguel Rodrigo (7), Felix Mergenthaler (2), Valentin Derschka, Franz Molnar (1), Aron Dauer, Daniel Schweizer (7/1), Timo Di Benedetto, Alexander Zernack, Tim Nas (2), Marcel Frank, Julian Hellbach (3), Marc Hildebrandt

 

Für die HSG Oberer Neckar spielten:

Max Kronmüller und Julian Schönherr im Tor, Paul Kazmaier (2), Manuel Maile (1), Sherief Sabet, Jan Billner (16/2), Tobias Rupp (2), Marco Haug (3), Leon Jungk, Lion Haase (6/2), Timo Schramm (5), Felix Heß (2), Manuel Grauer

 

21.11.2021

Mit Konterstärke fast zur Wende

 

Trotz temporeichen Phasen verpasst die HSG Ca-Mü-Max gegen den VfL Waiblingen III mit 20:26 (9:14) einen Heimsieg.

 

Nach den eher unglücklichen Auftritten gegen den MTV und Fellbach sollte in diesem Heimspiel gegen den VfL Waiblingen III gegen den Tabellenneunten eine Reaktion gezeigt werden. Viele Spieler konnten in den Kader zurückkehren und Ca-Mü-Max musste lediglich auf Rückraumspieler Franz Molnar verzichten.  Diesmal begann das Spiel mit einem Traumstart für die HSG über einen 3:0-Lauf und erst in der achten Minute bekam die HSG ihr erstes Gegentor. Zeitweise begannen Zuschauer zu skandieren: „Die Mauer muss her“.  In der Abwehr stimmte die Abstimmung und im Angriff glänzte für die HSG der denk- und sprintschnellere Linksaußen Aron Dauer. In kürzester Zeit erzielte er für die Stuttgarter vier Tore, überrannte mit Tempogegenstößen die Waiblinger und brachte die HSG nach dem ersten Viertel mit 7:5 in Führung. In der 18. Minute bekam die Spieldisziplin einen Bruch, da der Gastgeber sowohl ein unglücklich zustande gekommenes doppeltes Unterzahlspiel kompensieren musste, andererseits in der Abwehr auf „alte Bauerntricks“ hereingefallen ist. Es waren nur wenige Spielminuten, in der sich Unsicherheit breit machte und vorne einfach eine Reihe von unvorbereiteten Fehlwürfen kam, die dreimal direkt mit Tempogegenstoßtoren bestraft werden. HSG-Coach Jox Hoffmann nahm in der Phase zurecht die Auszeit, um so die Serie zu unterbinden. Bis zur 26. Minute erlaubte sich die HSG ihren einzigen Lapsus im Spiel, es war ein deutlicher 0:8-Lauf mit dem Zwischenstand 7:13. Vor der Halbzeit konnte Alex Zernack noch auf 9:14 zum Halbzeitstand verkürzen und die große Frage war, was die HSG in der zweiten Hälfte anbieten wird.

Nachdem man sechs Tore hinten lag, begann die HSG im Angriff nochmal zu reagieren. Ab der 39. Minute begann der Teamspirit die Geschwindigkeit und die Risikobereitschaft der HSG zu erhöhen und es wurde Tempogegenstößen begonnen. Und das wird bis zum Schlusspfiff keine Ausnahmeerscheinung, da sowohl links und rechts alle den Turbo zündeten. Willensstark kam gleichzeitig Torhüter Joshua Denk richtig gut ins Spiel und parierte mit allen Körperteilen, während Ca-Mü-Max sich im Angriff immer weiter belohnte. In der 54. Minute kam die HSG über zahlreiche Tempogegenstoßtoren von einem sechs Tore Rückstand auf ein 20:22. Als viele dachten, dass jetzt das Spiel kippen würde, schlich sich doch noch Übereifrigkeit ein oder es wurde overpaced. Was wäre es auch für eine unglaubliche Geschichte geworden, wenn die HSG hier tatsächlich in letzter Minute nach diesem Spiel so zurückkommen würde? Diesmal blieb es durch das von Waiblingen gefeierte 20:26-Endresultat zwar noch Stuttgarter Wunschdenken, doch die Leidenschaft, der Willen und die Spielfreude dieser HSG-Männer besonders in der zweiten Hälfte wecken Hoffnungen, große Anforderungen zu meistern und bald wieder für eine Überraschung zu sorgen.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (5), Miguel Rodrigo (1), Felix Mergenthaler (3), Valentin Derschka, Aron Dauer (4), Daniel Schweizer (2), Timo Di Benedetto, Alexander Zernack (1), Tim Nas, Marcel Frank (1), Aydin Babadag (1/1), Julian Hellbach (2/1)

 

14.11.2021

 

Ca-Mü-Max macht den VfB

 

Ohne Offensivdrang verliert die HSG Ca-Mü-Max gegen SV Fellbach II 18:27 (5:13).

 

Oftmals sind Vergleiche zwischen Fußball und Handball übertrieben – die Sportarten unterscheiden sich konditionell, größentechnisch und ziehen ein verschiedenes Publikum an. Doch in diesem Fall passte das Spiel der HSG Ca-Mü-Max auf die derzeitige Situation des VfB Stuttgart wie die Faust aufs Auge:

Wie der VfB bestritt die HSG in den letzten sieben Wochen sieben Pflichtspiele, wovon die beiden Stuttgarter Vereine je nur eines gewinnen konnten. Und auch was die Personalsituation anbelangt, gab es für den Bezirksligisten ähnliche Probleme wie beim Bundesligisten. Ohne Daniel Schweizer, Julian Hellbach, Dietmar Stukowski und den länger verletzten Max Gerstadt musste die HSG diesen Samstag beim SV Fellbach II antreten.

Die erste Halbzeit war im Angriff offengesagt ein Fiasko. Es war nicht das typisch angriffslustige Spiel der HSG, bei dem über die Schnelligkeit Lücken gezogen werden und diese dann durch geschickte Anspiele oder Sperren hochkarätige Torchancen bringen. Bei einer trommelnden Kulisse vertändelten die sechs HSG-Feldspieler ihre Möglichkeiten. Zum Einen schien das Handballharz sich auf sämtliche Bewegungen im Angriff zu übertragen, was dazu führte, dass kaum Torgefahr ausgestrahlt wurde. Zum anderen, und das war ein entscheidender Faktor, erwischte Fellbach-Torhüter Lukas Zerweck einen perfekten Tag. Als die HSG am Anfang begann, eher gute Torchancen auszulassen, wurden die Schüsse aus der zweiten oder gar aus der dritten Reihe abgegeben, was den Torhüter erst recht ins Spiel brachte. Die ersten 15 Minuten konnte die HSG bei einem torarmen 2:3 zwar noch mitspielen, weil die Abwehr- und Torwartabsprachen okay waren. Aber als dann noch das 7:6-Überzahlspiel aufgrund von abgebrochenen Spielzügen, situationsbedingten Fehlwürfen und einer über das ganze Spiel überdauernden Ungeduld diesmal zum ersten Mal in der Saison nicht funktionierte, schlichen sich die Unaufmerksamkeiten auch in der Defensive ein. Beim Halbzeitstand von 5:13 handelte es sich nach Prüfen der Historie um die torärmste Halbzeit in der Geschichte der HSG-Männer, in welchem der Negativrekord mit sechs Toren von 2015 eingestellt wurde.

Direkt nach der Halbzeit vollendete der SV Fellbach einen 0:6-Lauf, es gab somit einen großen Rückstand von zwölf Toren in der 35. Minute. Das, was sich in den nächsten 187 Sekunden abspielte, wird wohl für die Stuttgarter einiges zu Denken geben. Denn die HSG Ca-Mü-Max war über Balleroberungen, schnelles Tempo und Durchbrüchen über den Rückraum mit einem plötzlichen 5:0-Lauf wieder im Spiel. Ein 11:18 in der 38. Minute brachte ein Funken Resthoffnung mit, der aber mit weiteren technischen Fehlern erlosch. In der zweiten Hälfte wird die HSG zwar 13 Tore schießen, jedoch verteilen sich zwölf Tore auf Rückraumspieler und nur eins auf Außen. Die kollektive ausgewogene Stärke als Mannschaftsverbund hat man in den 60 Minuten lange vermisst, ganz ähnlich wie beim VfB. Der Schlussstand von 18:27 bedeutete zeitgleich auch die erste Niederlage der ersten Herren in der Zeppelinhalle seit 13 Jahren.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (1), Miguel Rodrigo (5), Felix Mergenthaler (3/1), Valentin Derschka, Aron Dauer, Timo Di Benedetto, Alexander Zernack, Franz Molnar (8/5), Tim Nas (1), Marcel Frank, Marc Hildebrandt

 

07.11.2021

 

Zu brav, als es schepperte

 

Die Ca-Mü-Max-Männer verpassen beim 21:29 (11:13) gegen den MTV Stuttgart Chancen, das Spiel zu drehen.

 

Ohne Torhüter Dietmar Stukowski bestritt die HSG ihr nächstes Bezirksligaspiel und hatte daher neben Joshua Denk auch Henri Gerstadt aus der zweiten Mannschaft zur Absicherung auf der Bank. In der letzten Partie im März 2019 konnte sich Ca-Mü-Max gegen die West-Stuttgarter mit 27:26 durchsetzen, auch weil Aydin Babadag ein überragendes Spiel absolvierte. Diesmal wurde er jedoch nicht aktiv eingesetzt und versuchte von der Bank aus, die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen.

Der MTV spielte in der Abwehr ein offensives 3-2-1, welches zeitweise in ein 4-2 überging. Der Respekt vor dem Gegner war zu Beginn noch groß und in dieser Phase versuchten sich die HSG-Rückraumspieler mit vielen Würfen aus der zweiten Reihe, die abgefangen oder von den Zwei-Meter-Männern geblockt wurden. Aber auch Ca-Mü-Max arbeitete taktisch erfolgreich gegen den MTV-Angriff. Die Verteidigungsquote lag in der ersten Phase bei ca. 70 Prozent, was sich sowohl in der Abwehr, aber auch im guten Torwartspiel von Denk zeigte. Nach 10 Minuten stand es erst 2:4. Auf beiden Seiten erlief sich die Abwehr die Bälle, der MTV schaltete eine Nuance schneller und kam zu Tempogegenstößen. Der Spielstand von 5:8 nach 23 Minuten war ein klares Zeichen für eine äußerst aufmerksame Abwehr, jedoch sollte sich im HSG-Angriff auch endlich mehr tun. So versuchte sich die HSG wieder mit dem 7:6-Überzahlspiel, mit welchem sie ihre besonderen Angriffsqualitäten zum Vorschein brachte. In der 27. Minute glich die HSG Ca-Mü-Max zum 9:9 aus. Und genau zu diesem Zeitpunkt war es die allerbeste Gelegenheit, das Spiel zu drehen, weil der MTV nicht wusste, mit welchen Mitteln sie eine solche Taktik unterbinden könnten. Der Westverein nahm die Auszeit, die Ca-Mü-Max-Spieler wurden in den nächsten drei Minuten heftig attackiert und verloren dazu noch die Bälle, was ein Drei-Tore-Lauf bedeutete. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten und die HSG meldete sich wieder nervenstark zurück – 11:13 zur Pause.

Bei eigenem Anwurf hätte man nochmals die Möglichkeit gehabt, direkt an der Leistung zum Ende der ersten Hälfte anzuknüpfen. Aber gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit sollte attestiert werden, dass es heftig schepperte: die Rückraumspieler und Kreisläufer der HSG wurden häufiger festgehalten, in Zweikämpfen vor Ballkontakt in die Zange genommen und besonders die großgebauten Spieler, wie Felix Mergenthaler, wurden letztlich rabiat am Werfen gehindert. Wider Erwarten entwickelte sich in den nächsten 15 Minuten ein sehr ambivalentes Verhältnis zwischen HSG-Spielern und den getroffenen Entscheidungen - eine Ambivalenz, die sich stark auf den gesamten Spielverlauf auswirkte. Wer im 7:6 spielt und keine erwarteten Pfiffe bekommt, wird nicht verteidigen können und selbstverständlich unruhiger. Die gewährende Haltung führte unmittelbar dazu, dass die Angriffsbemühungen der HSG mit ihrer notwendigen Geschwindigkeit heruntergeschraubt wurden. Andererseits flogen bei Ca-Mü-Max viermal Spieler mit einer Zwei-Minuten-Strafe raus, wenngleich die HSG ihre Spielhärte nicht ansatzweise angepasst hatte. Einige Zuschauer waren nach dem Schlusspfiff sogar der Meinung, dass „sie allgemein zu brav waren“. Spielerisch bedeutete dieses Zusammenkommen ein 13:22 in der 42. Minute. Ca-Mü-Max, die in diesem Spiel lernten, in Unterzahl zu spielen, schaffte trotz all dem wieder auf 18:24 in der 47. Minute heranzukommen. Kurz darauf gab es infolge der dritten Zwei-Minuten-Strafe Rot für Daniel Schweizer, womit das Spiel mit personellen Rotationen deutlich mit 21:29 zu Ende ging.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (8), Miguel Rodrigo (2), Felix Mergenthaler (2), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto, Alexander Zernack (1), Franz Molnar, Tim Nas (1), Marcel Frank, Daniel Schweizer (1), Julian Hellbach (5/3), Marc Hildebrandt (1)

 

01.10.2021

Courage gezeigt – „Geduld“ als ausschlaggebender Faktor angesprochen

 

Trotz Aufholjagd unterliegt die HSG Ca-Mü-Max beim HC Winnenden mit 22:25 (9:12).

 

Am späten Sonntagnachmittag bestritten die HSG-Männer ihr fünftes Bezirksligaspiel beim HC Winnenden. Die Gastgeber waren seit drei Spielen infolge ungeschlagen, wodurch der Aufsteiger aus Stuttgart wirklich dicke Bretter bohren musste, um diese Serie zu beenden.

Jedoch starteten die Ca-Mü-Max-Männer überraschend schwach in das Spiel. Zunächst war sichtbar, dass die HSG im Vergleich zu anderen Spielen deutlich defensiver agierte, in der Anfangsphase jedoch auch extrem passiv. Jeder Fehler wurde rigoros durch die wurfstarken Rückraumspieler des HCW bestraft. Zu viel Standhandball gab es zudem im Angriff, wodurch der HC wenig Mühe hatte, die Stuttgarter anzulaufen und festzumachen. Ohne Zug zum Tor wurden keine Lücken gerissen und die Möglichkeiten begrenzten sich auf wenige gelungene Anspiele auf die Außen. Nach 18 gespielten Minuten und einem 4:10 Rückstand hätte der ein oder andere möglicherweise einen Kantersieg der Gastgeber erwartet. Bei einigen Mannschaften gibt es in einer so klaren Negativphase Spieler, die das Spiel lieber aufgeben, sich auswechseln lassen und ihren Kampfgeist aufgeben würden – bei der HSG Ca-Mü-Max fand man so etwas nicht: Sie berappelten sich als Mannschaft, stellten offensiv auf ein risikoreiches 7:6-Überzahlspiel um und im Tor kam Joshua Denk in Fahrt, sodass er auch am Boden liegend einen Nachwurf parierte. Durch gute Stoßbewegungen und Kreissperren meldete sich die HSG zurück, sodass man bis zur Pause auf 9:12 verkürzte. Nach dem Seitenwechsel hielt die HSG an dem in Württemberg entwickelten Spielsystem fest, doch es dauerte zehn Minuten ehe der HSG-Zug richtig ins Rollen kam. Der HC versuchte nun zur Abwechslung die Stuttgarter Außen kurz zu nehmen, wodurch die Rückraumspieler Franz Molnar und Alexander Zernack Platz hatten - in der 45. Minute erzielte Letzterer das 19:19 Ausgleichstor. Torhüter Denk war darüber hinaus Siebenmeterkiller und hielt die Nachwürfe konsequent zur Freude der ganzen HSG-Bank. Das Spiel blieb also bis kurz vor Schluss offen. Es war am Ende wohl die nachlassende Präzision beim Abschluss und ein Quäntchen Entscheidungspech bei verschiedenen Aktionen, die am Ende die nächste Überraschung verhinderte. Trainer Hoffmann fasste zusammen, „dass wir als Mannschaft die erste Viertelstunde nicht stattgefunden haben, uns dann stark zurückgekämpft haben und zum Ende hin ein bisschen zu ungeduldig geworden sind“. Das knappe 22:25 ist ein Endergebnis, das zwar nach der großen Leistungssteigerung, dem Ausgleichstor und der damit gewitterten Chance auf einen Stuttgarter Auswärtssieg sich ernüchternd anfühlte, mit welchem aber nach der ersten Viertelstunde wohl niemand mehr rechnete und es damit eindrucksvoll die Mentalität, Courage und Aufopferungsbereitschaft der Mannschaft zeigt.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (4), Miguel Rodrigo (1), Felix Mergenthaler (3), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto, Alexander Zernack (2), Franz Molnar (4/1), Tim Nas (1), Marcel Frank, Daniel Schweizer (4), Julian Hellbach (2), Marc Hildebrandt (1)

 

25.10.2021

HSG Ca-Mü-Max stoppt Spitzenreiter

 

Zuhause gewinnt die HSG Ca-Mü-Max gegen Tabellenführer TV Oeffingen II mit 28:25 (14:14) ihr erstes Bezirksligaspiel.

 

Ein Rückblick auf den 30. März 2019: Die abstiegsbedrohte HSG spielte am vorletzten Spieltag gegen den TV Oeffingen II. Weil HSG-Torwart Dietmar Stukowski überragend hielt, holte Ca-Mü-Max überraschend einen Punkt und schaffte es mit auf einen Nichtabstiegsplatz, der beinahe zum Klassenerhalt gereicht hätte. Es handelte sich hierbei um den bislang letzten Punkt, den die HSG bis heute in der Bezirksliga gewann.

Der damalige und auch jetzige HSG-Trainer „Jox“ Hoffmann begann gegen den Tabellenführer an diesem Samstagabend auch wieder mit Stukowski in der Startformation. Beide Mannschaften standen am Anfang sehr hoch. Die Oeffinger versuchten jegliche Außenanspiele zu unterbinden, während das Team aus der Landeshauptstadt mit einer dynamischen Abwehrdeckung die Rückraumspieler in Bedrängnis bringen wollte. Kurz nach Beginn war die HSG bereits in doppelter Unterzahl, jedoch schafften es die vier Feldspieler, währenddessen ohne Gegentor zu bleiben und durch geschickte Taktiken Bälle zu gewinnen. Allerdings kamen die Gäste besser in die Partie, weil sich die HSG im Angriff zu viele Fehlwürfe leistete. Nach einer Viertelstunde lagen die Gastgeber 7:10 zurück. Doch dann kam es mit Unterstützung der Kulisse und der Bank zu einer sagenhaften Wende. Hinten holte Dietmar Stukowski nicht nur einen Ball nach dem anderen heraus, sondern schickte Julian Hellbach zweimal hintereinander erfolgreich zu Tempogegenstößen und auf der Kreisposition setzte sich Neuzugang Tim Nas bravourös durch – mit Miguel Rodrigo wurde er mit fünf Treffern im Spiel zurecht bester Stuttgarter Schütze. Dieses schnelle Tempospiel der Ca-Mü-Max-Männer war ausschlaggebend, dass sie in der 23. Minute mit 11:10 in Führung gingen. Hätten sie diese Geschwindigkeit bis zur Halbzeit aufrechterhalten können, wären sie wohl davongezogen, jedoch wurde in der letzten Phase auf beiden Seiten mit dem Positionsangriff gearbeitet, sodass es zur Halbzeit 14:14 unentschieden stand.

In der zweiten Hälfte verteidigten beide Mannschaften bis zur 40. Minute etwas defensiver, wodurch es zu mehr Abschlüssen aus dem Rückraum kam. Obwohl Ca-Mü-Max zunächst ein, zwei Tore in Front lag, folgte wenige Sekunden später meist das direkte Gegentor aus der ersten Welle. In der 41. Minute erzielte Oeffingen das 21:22-Führungstor. Und genau in der Phase, in der das Spiel möglicherweise kippen konnte, nahm Hoffmann entscheidende Wechsel vor, die sich auszahlen sollten: Marc Hildebrandt kam auf Linksaußen, Marcel Frank wurde defensiv in den Innenblock gestellt und bei einem Siebenmeter des TV wurde Joshua Denk als Torwart eingewechselt. Denk parierte den 7m, Hildebrandt traf vorne und Frank zeigte in den nächsten Minuten eine seiner besten Leistungen. Die frische Defensive entwickelte sich zu einem massiven Bollwerk, welches Schüsse aus dem Rückraum unterband. Da Oeffingen mindestens fünf Mal hintereinander daran scheiterte, bei Frank durchzubrechen, wurde es zum psychologischen Handicap. Ca-Mü-Max gelang dadurch das 26:22 und das 27:23. Brenzlig wurde es aber, weil sich die HSG erneut einige Fehlwürfe hintereinander leistete und Oeffingen in der 55. Minute wieder auf 27:25 herankam. Doch die HSG rührte defensiv Beton an und warf in der 59. Minute über Rechtsaußen das befreiende 28:25, was den ersten Sieg in der Bezirksliga bedeutete. Nach dem die Mannschaft in den Wochen zuvor bereits ordentlich mithalten konnte, belohnte sie sich diesmal mit einer engagierten und mannschaftlich geschlossenen Leistung endlich mit Punkten. Die nächste Partie bestreiten die HSG-Männer am Sonntag, 24.10. um 17:00 beim HC Winnenden.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (3), Miguel Rodrigo (5), Felix Mergenthaler (3), Valentin Derschka (1), Alexander Zernack (1), Franz Molnar (4/2), Tim Nas (5), Marcel Frank, Daniel Schweizer, Aydin Babadag, Julian Hellbach (4), Marc Hildebrandt (2)

18.10.2021

Die große Überraschung blieb aus

 

Trotz langer Führung gegen den Landesligaabsteiger SV Remshalden II verpassen die Ca-Mü-Max-Männer mit 22:27 (13:11) eine kleine Sensation.

 

Der letzte Sieg gegen eine Mannschaft des SV Remshalden in der Stegwiesenhalle datiert die HSG Ca-Mü-Max auf das Jahr 2013. Seitdem gewannen die HSG-Männer dort kein einziges Spiel mehr. Auch wenn es über weite Strecken nach einer faustdicken Überraschung aussah, gelang auch diesmal nicht der Coup:

In Cannstatt-farbigem rot wollte die HSG den Tabellenvierten herausfordern und ihn gleich mit einer offensiveren Abwehrdeckung aus der Reserve locken. Beide Mannschaften kamen gut ins Spiel hinein, und von einer Überlegenheit war nichts zu sehen. In der ersten Hälfte gelang trotz des Handballharz ein flüssiges Spiel, obwohl Stuttgarter Vereine bekanntermaßen keine Möglichkeit haben, in einer städtischen Halle zu harzen. Nach einer Viertelstunde stand es ausgewogen 8:8. Aber dann leitete die HSG Ca-Mü-Max ihre bislang stärkste Spielphase seit der Coronapause ein. Zunächst einmal schaffte man es in der Abwehr, nur wenige Würfe auf das Tor zu bekommen. Und falls doch welche von den wurfstarken Rückraumpositionen kamen, wurden sie überragend von HSG-Keeper Joshua Denk pariert. Der 24-Jährige machte schon zu diesem Zeitpunkt ein bombastisches Spiel, da er zwei freie Würfe und drei Siebenmeter hielt. Im Angriff schossen sich die Stuttgarter mit ihren Rückraumspielern Franz Molnar, Miguel Rodrigo und Daniel Schweizer heiß, sodass Ca-Mü-Max eine 13:11-Führung herausspielte. Besonders daran ist, dass die Stuttgarter in Unterzahl durch mehrere Zwei-Minuten-Strafen stabil die Führung in die Pause trugen.

In der zweiten Hälfte zeichnete sich erneut Joshua Denk mit einer herausragenden Leistung aus, er hielt auch noch den vierten Siebenmeter. Obwohl harte Entscheidungen gegen die Landeshauptstadt gefällt worden waren und Ca-Mü-Max teilweise in doppelter Unterzahl spielte, kam Remshalden zunächst nicht heran, und die HSG erzielte in der 43. Minute das 20:17. Das Momentum wendete sich danach allerdings. Es kam zu mehr technischen Fehlern, die HSG-Kreisläufer wurden mit umstrittenen Mitteln bearbeitet, Alexander Zernack wurde durch eine Knieverletzung spielunfähig, und auf der anderen Seite bekam Daniel Schweizer rot. Die durch diese Ereignisse bedingte Rotation wirkte sich unmittelbar auf die Angriffsqualität aus, wodurch in den letzten zehn Minuten Remshalden mit 22:27 das Spiel drehte und noch für sich entscheiden konnte. Nun muss die HSG als Tabellenletzter das Feld von hinten in der Bezirksliga aufräumen.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (3), Miguel Rodrigo (3), Valentin Derschka, Timo Di Benedetto, Alexander Zernack (1), Franz Molnar (6/2), Tim Nas, Marcel Frank, Daniel Schweizer (5), Aydin Babadag, Julian Hellbach (4)

 

10.10.2021

Ein Karabatić-Trick reicht noch nicht aus

 

Die HSG Ca-Mü-Max unterliegt gegen die SF Schwaikheim II mit 24:27 (13:13).

 

Eine Weisheit besagt: Gib uns Mut, Dinge zu ändern, die wir ändern können, die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können, und die Fähigkeit, das eine vom anderen zu unterscheiden. Ohne die angeschlagenen Franz Molnar und Timo Di Benedetto stand mit den SF Schwaikheim II ausgerechnet ein Gegner vor der Tür, der in den letzten zehn Jahren schon häufig mit der HSG um den Klassenerhalt konkurrierte. Erst 2019 sorgte der Rems-Murr-Verein in seinem letzten Spiel für den Abstieg der HSG. Die Bilanz gegen Schwaikheim ist ausgewogen, in den letzten fünf Jahren gab es sieben Partien, in denen Ca-Mü-Max vier gewann und drei verlor.

Der Beginn der kaderreduzierten HSG war zunächst vorsichtig. Schwaikheim lief die Außenspieler der HSG früh an, wodurch Raum für die Rückraumspieler geschaffen wurde. Profitieren konnte davon Daniel Schweizer, der mit einer unfassbaren Wurfgeschwindigkeit vier Tore erzielte. Ca-Mü-Max schaffte es zudem, die Gegner im eigenen Aufbau so unter Druck zu setzen, dass viele Ballverluste provoziert werden konnten. Konsequenterweise führte die HSG nach 15 Minuten mit 7:6. Ca-Mü-Max verspielte jedoch leichtfertig diese Führung wieder, weil sie im Angriff, ähnlich wie gegen Alfdorf, den Ball mit aller Kraft an den Kreis legen wollten. Als bei einem 9:12-Rückstand sich dann noch Felix Mergenthaler nach einer Angriffsaktion hart am Kopf verletzte, nahm Trainer Joachim Hoffmann wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff die taktisch wertvolle Auszeit. Und dies wird sich lohnen: Alexander Zernack ließ die Halle beben, weil er direkt mit einem Karabatić-Trick ein Traumtor warf. Diese gute Stimmung wurde mitgenommen und Ca-Mü-Max schaffte tatsächlich das 13:13 vor der Pause, ein willensstarkes Comeback.

In der zweiten Halbzeit zogen beide Mannschaften nochmals mit dem Tempo an. Die Torhüter hatten sich in dieser Phase gut auszeichnen können. Bis zur 48. Minute stand es 20:21, wodurch einfach nochmal deutlich wurde, dass die Partie eine so offene war, und für die Stuttgarter etwas zum Greifen nah schien. Und die HSG-Männer steigerten noch einmal die Intensivität im Angriff: Besonders Miguel Rodrigo hörte nicht auf, Druck zu machen, und obwohl der 24-Jährige immer häufiger grenzwertig gestoppt wurde, beackerte er die Abwehr weiter und blieb nervenstark. Denn auch wenn der HSG klare Siebenmeter zugesprochen wurden, blieb das Abwehrverhalten, mit einer einzigen Ausnahme in der zweiten Hälfte, völlig sanktionsfrei. Ein rückblickend nicht unerheblicher Punkt, weil die Trefferquote in diesem Spiel bei Mehrzahl dreimal so hoch war, als ohne. Doch mit der obigen Weisheit ausgedrückt, hatte die HSG selbst über die Siebenmeter Chancen gehabt, den Ausgleich erzielen zu können, jedoch hielt der Gäste-Keeper zwei davon. So kam Schwaikheim wenige Minuten vor Schluss zu einer Drei-Tore-Führung und trotz eines erfolgreichen Umsetzens des 7:6-Überzahlsspiels der Stuttgarter, gelang den Sportfreunden mit 24:27 am Ende ein Erfolg.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (6), Miguel Rodrigo (3), Felix Mergenthaler (1), Valentin Derschka, Alexander Zernack (1), Tim Nas (1), Marc Hildebrandt, Marcel Frank (1), Daniel Schweizer (4), Aydin Babadag (3/2), Julian Hellbach (4/1)

 

3.10.2021

Spannend bis zum Schluss

 

Ca-Mü-Max spielt 29:31 (10:18) gegen den TSV Alfdorf/ Lorch 2

 

Nach 60 Minuten Handball war in der Sporthalle Neugereut die Stimmung gut und ausgelassen. Freilich, die Bezirksliga ist unbestritten voll im Leistungssport orientierten Bereich und natürlich zählen hier auch Ergebnisse. Doch dieser Saisonauftakt ist ein besonderer für 27 Handballer, die sich einfach nach so einer langen Pause darauf freuen, endlich wieder ihrem Lieblingssport nachgehen zu können, sowie diesen auch mit ihrer Familie, Freunden und einfach dem ganzen Ort zu teilen. Mit einer unglaublichen Atmosphäre, begeisterten Zuschauer von jung bis erfahren und den Sportlern auf dem Spielfeld wurde an diesem Sonntag deutlich, dass Handball echte Sportkultur und ein Spiel für alle ist.

Die HSG Ca-Mü-Max, welche als Drittplatzierte in die höchste Liga des Bezirks überraschend 2020 aufgestiegen ist, hat während Corona auf mehreren Positionen Veränderungen durchgeführt. Joachim Hoffmann ersetzte Martin Mössner im Traineramt, Torwartlegende Bertram Giese beendete seine Karriere und auch Rückraumspieler Thomas Zwinz trat aus der ersten Mannschaft zurück.

Den Saisonauftakt gegen die Alfdorfer begann die neu formierte Stuttgarter Mannschaft beherzt. Die Gäste konnten einen knappen Vorsprung herausspielen, obwohl Ca-Mü-Max ihnen immer mit wenigen Toren auf den Fersen lag. Besonders gut öffnete der Kreis die Wege für die Stuttgarter Rückraumshooter. In den ersten 15 Minuten krachten die gut herausgespielten Würfe der Gastgeber jedoch häufig an das Aluminium. Dann begann sich die Stuttgarter Defensive nach anfänglichen Schwierigkeiten zu stabilisieren und verteidigte rigoros gegen die treffsicheren Außen. Kreisläufer Timo Di Benedetto erzielte für die HSG in der 23. Minute das 10:11, der Aufsteiger aus der Landeshauptstadt hatte danach zweimal die Chance, den Ausgleich zu machen. Doch bis zur Halbzeit begann eine Talfahrt, in der vorne Abspielschwierigkeiten auftraten und der TSV eiskalt Tempogegenstöße ausspielte. Ein 0:7-Lauf bis zur Halbzeit brachte einen hohen 10:18-Rückstand.

Aufgeben? Fehlanzeige! In der zweiten Hälfte stellte Trainer Joachim Hoffmann das Team auf ein mutiges 7:6 um. Im Angriff gelangen den HSG-Männern mehr Durchbrüche über Felix Mergenthaler, Daniel Schweizer und Franz Molnar. Der TSV, dessen Abschlüsse von HSG-Keeper Joshua Denk immer häufiger vereitelt wurden, konnte diese willigen Angriffsbemühungen der Stuttgarter nicht stoppen oder zogen das Foul zu spät. Aus einem kurzfristigen 9-Tore-Rückstand verkürzte die HSG bis zur 55. Minute über eine sehenswerte Aufholjagd auf zwei Tore zum 26:28. Zur Sensation, die von der grandiosen Stimmung in der Halle herbeigesehnt wurde, gab es sogar noch Möglichkeiten. Aber wieder war die Latte und das Lattenkreuz im Weg, sodass am Ende die HSG sich mit 29:31 geschlagen geben musste. „Die Mannschaft hat sich gut präsentiert und mit einer besseren Chancenverwertung wäre noch mehr möglich gewesen“, konstatierte Trainer Hoffmann nach dem Schlusspfiff. Die Freude, dass Handball aber endlich wieder möglich ist, überwog mannschaftsübergreifend.

 

Für die HSG Ca-Mü-Max spielten:

 

Dietmar Stukowski und Joshua Denk im Tor, Florian Wondratschek (3), Miguel Rodrigo (1), Felix Mergenthaler (2), Valentin Derschka (1), Timo Di Benedetto (2), Franz Molnar (2), Marc Hildebrandt, Marcel Frank, Daniel Schweizer (3), Aydin Babadag (6/5), Julian Hellbach (9/8

 

19.09.2021

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